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Fahnenmast von Benjamin Bergman

Installation im Neubau des Institutsgebäudes für Medizinische Mikrobiologie, Hygiene und Virologie im Klinikum rechts der Isar in München.

In die Mitte des verglasten Treppenhauses soll ein weißer Fahnenmast eingestellt werden. Im zweiten Untergeschoss beginnend, durchdringt der Mast als linearer, nadelartiger Eingriff den Luftraum des Treppenhauses bis einen Meter unter das Dach. Eine am Mast angebrachte transparente Fahne durchfährt – einem Uhrwerk gleich – das Gebäude und lässt Rückschluss auf die jeweilige Tageszeit zu: Die Fahne startet um 6 Uhr früh im Keller, erreicht um 12 Uhr mittags den höchsten Punkt des Mastes und setzt in umgekehrter Weise die Bewegung fort, welche sich um 18 Uhr komplett wiederholt. Die Fahne ist permanent in leichter Bewegung. Das in seiner farblichen Gestaltung einheitliche Objekt greift das Weiß der Außenfassade auf und nimmt sich in seiner Materialität zurück. Eine speziell auf das Objekt abgestimmte Beleuchtung jedoch lässt die Skulptur stärker hervortreten und dynamisiert deren Vertikalbewegung.

Der Fahnemast ist 26.900 mm hoch und besteht aus zwei Abschnitten, dem geraden unteren Teil mit einer Länge von 6000 mm, einem Durchmesser von 500 mm , einer Wandstärke von 6 mm und dem oberen konischen Teil, mit einer Länge von 20.900 mm, einer Wandstärke von 5 mm und einem sich von 400 auf 150 mm verjüngendem Durchmesser. (Abb.1) Der Querschnitt beider Teile wird aus zu einem 12 Eck gekanteten Blechen hergestellt. Das Widerlager am Mastfuss wird durch zwei 3300 mm hohe in der Bodenplatte eingespannte Stahlsäulen gebildet, mit einem Querschnitt von 500x300x8. Der dazwischen angeordnete Mast wird über zwei Edelstahlbolzen mit Durchmesser 40 mm in die Säulen eingespannt. Zur Reduzierung der Verformung und der Vermeidung von Schwingungen des Mastes, ist dieser im 3.OG bei einer Höhe von 19.000 mm horizontal gelagert. Die Lagerung erfolgt über einen an der Stahlbetondeckplatte angebrachten Edelstahlstab Durchmesser 30 mm.

Der Fahrmechanismus der Fahne besteht aus einem umlaufenden Seilzug, der einen Schlitten aus Aluminiumguss auf einer Gleitschiene aus einem Aluminiumstrang-pressprofil bewegt. Die Fahrschiene ist auf den konischen Teil des Mastes geschraubt und erlaubt eine Bewegung der Fahne über eine Länge von 20.000 mm.

Die Fahne ist eine Bannerflagge aus nichtbrennbaren Glasfasergewebe, die an einem Horizontalstab befestigt ist. Der Horizontalstab wird auf den Schlitten montiert. Der umlaufende Seilzug wird im Mast und an der Aussenseite des Mastes in der Fahrschiene geführt. Der Antrieb erfolgt über eine Motor/Getriebeeinheit im unteren Mastteil in ca. 500 mm Höhe über dem Boden. Die Abmessungen des Motors mit Getriebe betragen ca. 380x150x120mm. (Abb.2 und 3) Der Motor ist vollkommen gekapselt, entspricht allen üblichen technischen Standards und verfügt einen Thermoschalter, der bei Überhitzung die Energiezufuhr unterbindet. Energiezufuhr und Steuerung werden durch einen im Technikraum neben dem Treppenhaus angeordneten Schaltschrank gewährleistet. Die Verbindung mit dem Mast erfolgt über 2 Leerrohre Durchmesser 42 mm im Boden vom Technikraum zum Bodenkasten des Mastes und über zwei Stahlrohre 42 mm vom Bodenkasten in das untere Mastsegment.

Zur Erzeugung des Luftstroms zur Bewegung des Fahnenstoffes wird ein Querstromventilator eingesetzt (Abb.4) Der Ventilator ist in einem Blechkasten von 800 mm Länge und 85 mm Breite angeordnet, der ebenfalls am Fahrschlitten befestigt ist und somit kontinuierlich mit der Fahne mitgeführt wird. Zur Stromversorgung wird ein hochflexibles Kabel verwendet, das in einer Kabeltrommel im unteren Teil des Mastes verwahrt ist. Durch einen Federmechanismus wird das Kabel unter einer leichten Spannung entrollt bzw. rollt sich selbstständig bei einer Abwärtsbewegung der Fahne wieder ein. Der Kabelquerschnitt beträgt mit Kunststoffummantelung ca. 7 mm. Die Kunststoffummantelung ist schwer entflammbar und schwach qualmend.

Motor, Getriebe und Kabeltrommel befinden sich im unteren abgeschlossenen Mastsegment. Zur Vermeidung einer möglichen Rauchbildung im Treppenhaus im Brandfall sind die am Boden des unteren Mastsegmentes angeordneten Lüftungsöffnungen mit Lüftungsbausteinen versehen, die im Brandfall durch Aufschäumen die Öffnungen verschließen. Die Öffnung der Kabelzuführung aus dem Bodenkanal ist ebenfalls mit einer Brandmanschette ausgestattet. Alle weiteren Öffnungen des unteren Mastsegmentes wie die Bohrungen mit je Durchmesser 20 mm für den Seilzug im und außerhalb des Mastes und dem Ventilatorkabel werden mit einem Quellband versehen, das eine Verschleißen dieser Öffnungen im Brandfall gewährleistet.

Auf der Mastspitze ist eine Blitzleuchte mit einem Metallgehäuse vorgesehen. Die Zuleitung erfolgt durch den Mast.

Für Wartungs- und Montagezwecke besitzt das untere Mastsegment zwei Revisionsöffnungen, die über verschraubte Blechabdeckungen verschlossen werden.

Künstler: Benjamin Bergmann, www.benjaminbergmann.de
Ausführung: Gföllner Fahrzeugbau und Containertechnik GmbH

Projektblatt zum Download: pdf

Bauherr_in:Bauamt der Technischen Universität München
Standort:Neubau des Institutsgebäudes für Medizinische Mikrobiologie, Hygiene und Virologie im Klinikum rechts der Isar in München
Fertigstellung:Dezember 2005
Leistungen:Tragwerksentwurf, Statische Berechnung, Konstruktionsentwicklung, Vergabe, Projektleitung der Gesamtmaßnahme incl. Lichtinstallation (Ausschreibung, Bauüberwachung, Kostenkontrolle)